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HRweb.at: 3 Tipps: Beratungskompetenz für wirksamere Prävention & Gesundheitsförderung

Für manche Experten ist es einfacher vor großen Gruppen zu referieren als geduldig Einzelpersonen zu beraten. Dabei ist genau das der Kern von wirksamer Prävention!

Ein Artikel in "HRweb.at" von Veronika Jakl

Es gibt 3 Tipps, wie Sie Einzelpersonen beraten können, die um Hilfe bitten rund um Gesundheitsförderung, Stressreduktion und Sicherheitskultur.

1. Fokus auf das Positive

Fragen Sie nach, was bereits gut funktioniert bzw. funktioniert hat und versuchen Sie, das hervorzuheben. Das verkörpert Wertschätzung und verstärkt damit erwünschtes Verhalten. Es ist wichtig zu loben, was schon alles getan wurde, damit den Menschen auch klar wird, was schon gut funktioniert. Häufig fokussiert man sich nämlich auf das Negative. Machen Sie es anders und fokussieren Sie sich auf das Positive!

2. Fokus auf externe Ressourcen

Im Gespräch sollte man sich auch auf die Ressourcen fokussieren. Nehmen Sie hilfreiche Unterstützung und unterstützende Arbeitsbedingungen wahr! Zum Beispiel kann man konkret nachfragen:

  • Welche Teammitglieder sind hilfreich?
  • In welchen Situationen ist es leichter?
  • Wann gab es weniger Stress?

Ich begleite viele Organisationen zum Thema, wie man gut im Homeoffice arbeiten kann. In diesem Zusammenhang habe ich immer wieder Workshops mit Beschäftigten und Führungskräften, die verbalisieren, dass Homeoffice schwierig ist und nicht funktioniert. Ich versuche dann durch Fragen (wie z.B. "Erzählen Sie mir bitte einmal eine Situation, in der Sie im Homeoffice wirklich produktiv waren!") herauszuarbeiten, welche Faktoren hilfreich waren. Und so merkt man, welche Ressourcen in dem konkreten Fall schon da sind.

3. Bisherige Lösungsansätze

Im Einzelgespräch kann man auch gut beraten, wenn man sich anschaut, welche Lösungsansätze es denn bisher schon gegeben hat.

  • Was wurde von der Person denn bislang schon probiert?
  • Wie ist das gelaufen?

Vielleicht hat es schon Ansätze gegeben, die zwar in der Vergangenheit noch nicht alles perfekt gelöst haben, die es aber einfacher gemacht haben. Vielleicht kann man dann darauf aufbauen.

Die Herausforderung besteht oft darin positiv zu bleiben, selbst wenn unser Gegenüber "jammert" und beispielsweise sagt: "Das funktioniert alles nicht." Natürlich sollte man dann nicht alles klein reden indem man zu verstehen gibt, dass das doch ohnehin alles sehr leicht sei. Man sollte dem Gegenüber schon ehrlich auf Augenhöhe begegnen.

Wenn jemand darauf nicht einsteigt ("Alles was ich bis jetzt probiert habe, hat nicht funktioniert."), dann kann man den Fokus darauf richten, welche Ressourcen es trotzdem gibt, beispielsweise mit Fragen wie:

  • Was hat Ihnen geholfen, bis jetzt durchzuhalten?
  • Wie haben Sie es geschafft gesund zu bleiben in dieser schwierigen Zeit?

Im Einzelberatungsgespräch ist es für mich sehr wichtig auf dem aufzubauen, was schon da ist!

Artikel von Veronika Jakl, erschienen in "HRweb.at"

Veronika Jakl

Arbeitspsychologin, Autorin und Vorstandsvorsitzende des Fachforums für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie.

Begleitet seit 10 Jahren Organisationen dabei motivierende Arbeitsbedingungen zu schaffen und psychische Belastungen zu reduzieren. 
Unterstützt PräventionsexpertInnen, die etwas bewegen wollen.

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