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HRweb.at: Interview zur psychologischen Arbeitsplatz-Evaluierung

Interview mit Veronika Jakl zum Thema "Arbeitsplatzevaluierung - Was steckt dahinter?"

Seit Jänner 2013 ist die Arbeitsplatzevaluierung verpflichtend, aber immer noch gibt es Vorbehalte, Ängste, aber auch viele positive Effekte! In diesem Interview werden Hintergründe, Stolpersteine und positiven Seiten beleuchtet.

HRweb: Worin liegen die Ängste der Unternehmen hinsichtlich einer Arbeitsplatzevaluierung?

Mag. Veronika Jakl (Arbeitspsychologie Jakl): "Viele Geschäftsführungen scheuen den Aufwand und haben Angst, dass die Maßnahmen Unsummen kosten werden. Auch schrecken einige davor zurück externe Fachkräfte einzubeziehen, auch wenn dies sinnvoll ist, wenn die Kompetenz im Betrieb nicht vorhanden ist.

Gerade bei der Evaluierung psychischer Belastungen haben viele Unternehmen auch Angst vor dem Thema. Sie befürchten, dass sie jetzt für alle Probleme zuständig sind, die auch aus dem Privatleben kommen. Das kann man jedoch gut auffangen durch eine klare Trennung zwischen den Belastungen (Arbeitsbedingungen), die objektiv zu evaluieren sind, und den Beanspruchungen (Auswirkungen wie Gefühlen oder psychischen Erkrankungen), um die es überhaupt nicht geht im Gesetz."

HRweb: Welche Positiva sind aus einer Arbeitsplatzevaluierung zu ziehen?

Mag. Veronika Jakl (Arbeitspsychologie Jakl): "Am Ende einer professionellen Evaluierung sind alle Gefahren auf dem Tisch und es wurden auch bereits realistische, passende Maßnahmen gefunden. Nach einer Evaluierung psychischer Belastungen habe ich von einer Personalleiterin gehört: „Keine Mitarbeiterumfrage der Welt kann so tief in ein Unternehmen eindringen wie eine Evaluierung psychischer Belastungen. Es wird die ganze Firma durchleuchtet.“

Wenn dann die Maßnahmen weiterverfolgt und umgesetzt werden, dann haben alle etwas davon: Die Beschäftigten haben stressfreiere Arbeitsbedingungen und sind dadurch motivierter. Und die Firma profitiert von effizienteren Arbeitsabläufen, einer besseren Zusammenarbeit und engagierteren Leuten.
Durch technische und medizinische Evaluierungen werden arbeitsbedingte Krankenstände verringert und Arbeitsunfällen vorgebeugt."

Originalartikel auf www.hrweb.at

Veronika Jakl

Arbeitspsychologin, Autorin und Vorstandsvorsitzende des Fachforums für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie.

Begleitet seit 10 Jahren Organisationen dabei motivierende Arbeitsbedingungen zu schaffen und psychische Belastungen zu reduzieren. 
Unterstützt PräventionsexpertInnen, die etwas bewegen wollen.

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